◎Was ist das?
Dieser Datensatz erfasst, wie viel Wasser durch deutsche Flüsse fließt – gemessen als Abflusstiefe an 76 Pegeln über Jahrzehnte hinweg. Wer Trinkwasser trinkt, Landwirtschaft betreibt oder in der Nähe eines Flusses lebt, hängt direkt davon ab, wie viel Wasser diese Flüsse tragen.
↗Aktuelle Entwicklung
Seit 1961 sinkt die mittlere Abflusstiefe im Sommer-Halbjahr – und dieser Rückgang ist statistisch signifikant. Im Winter-Halbjahr zeigt sich zwar ebenfalls ein leichter Rückgang, dieser lässt sich jedoch nicht statistisch absichern. Das bedeutet: Im Sommer steht in deutschen Flüssen nachweislich weniger Wasser zur Verfügung als noch vor sechs Jahrzehnten.
⬡Politischer Kontext
Geringere Sommerabflüsse gefährden die Trinkwasserversorgung, die Kühlung von Kraftwerken und die Binnenschifffahrt – alles Bereiche, für die der Bund und die Länder Vorsorgestrategien entwickeln müssen. Die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel sowie die EU-Wasserrahmenrichtlinie verpflichten Deutschland, den Zustand seiner Gewässer zu überwachen und Gegenmaßnahmen einzuleiten. Diese Daten liefern die empirische Grundlage dafür.
≋Methodik & Einschränkungen
Gemessen wird die Abflusstiefe – das Wasservolumen pro Fläche eines Einzugsgebiets – an 76 Pegeln in deutschen Flussgebieten, aufgeteilt in Sommer- und Winter-Halbjahr. Einzelne Extremjahre können die Mittelwerte stark verschieben, weshalb kurzfristige Schwankungen nicht überbewertet werden sollten.