◎Was ist das?
Dieser Datensatz zählt, an wie vielen Tagen im Jahr die Temperatur in Deutschland über 30 Grad steigt – gemittelt über die gesamte Fläche des Landes. Wer verstehen will, ob Sommer heißer werden, findet hier eine der klarsten Antworten: eine jahrzehntelange Zahlenreihe, die zeigt, wie sich Extremhitze in unserem Alltag ausbreitet.
↗Aktuelle Entwicklung
Die Zahl der Hitzetage steigt seit Jahrzehnten deutlich an – besonders seit den 1990er Jahren beschleunigt sich dieser Anstieg. Jahre mit mehr als zehn Hitzetagen, die früher Ausnahmen waren, treten inzwischen regelmäßig auf. Der Deutsche Wetterdienst bestätigt diesen Aufwärtstrend durch lineare Trendberechnungen über den gesamten Aufzeichnungszeitraum.
⬡Politischer Kontext
Hitzetage belasten Herz-Kreislauf-Systeme, treiben Sterblichkeitszahlen nach oben und zwingen Städte zum Handeln – von Grünflächen bis zu Hitzeaktionsplänen. Die Bundesregierung hat im Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel Maßnahmen zum Schutz vor Extremhitze verankert, deren Wirksamkeit sich an genau solchen Daten messen lässt. Auch der EU-Klimarahmen verpflichtet Deutschland, Anpassungsmaßnahmen zu dokumentieren und fortzuschreiben.
≋Methodik & Einschränkungen
Gemessen wird die Anzahl der Tage pro Jahr, an denen der Temperaturhöchstwert deutschlandweit im Flächenmittel 30 Grad Celsius überschreitet – also kein einzelner Wetterstationsrekord, sondern ein gemittelter Wert über ganz Deutschland. Da lokale Extremwerte dadurch geglättet werden, unterschätzt der Flächenmittelwert die Hitzebelastung in Städten und Ballungsräumen systematisch.